
Am 24. März 2025 war „Die Affäre Rue de Lourcine“ von Eugène Labiche in den Kammerspielen der Josefstadt zu sehen. Diese Inszenierung von Alexandra Liedtke ist ein dicht gewebtes Geflecht aus Intrigen, Leidenschaft und gesellschaftlichen Spannungen.

Verfehlungen
Lenglumé wacht an seinem Hochzeitstag verkatert und ohne Erinnerung an die Nacht auf. Neben ihm scharcht sein ehemaliger Schulkollege und Trinkgefährte Mistingue. Beim Versuch, alles zu verbergen, vor allem vor seiner Frau, wird er mit immer mehr Verfehlungen konfrontiert.

Geheimnisse und innere Konflikte
Der Regie gelingt es hier, das Publikum in ein Labyrinth aus Geheimnissen und subtilen Machtspielen zu führen. Die narrative Struktur der Geschichte entfaltet sich schichtweise – mit Momenten intensiver Stille, in denen die Bühne zur Leinwand für innere Konflikte wird, und lauteren Szenen.

Intensität und Präzision
Die Darsteller zeigen eine Performance, die von Intensität und Präzision geprägt ist. Jeder Akteur fängt die Zerrissenheit und Komplexität seines Charakters ein. Dadurch erscheinen die Grenzen zwischen Gut und Böse oder zwischen Liebe und Verrat fließend.

Fazit
„Die Affäre Rue de Lourcine“ in den Kammerspielen der Josefstadt ist eine Mischung aus intensiver Dramaturgie und einem einfachen, aber wirkungsvollen Bühnenbild. Dadurch werden die Zuschauer in eine Welt voller Ambivalenzen und emotionaler Tiefe entführt.
Autorin: Isabel Victoria
FotoCredits: Moritz Schell
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