
In der aktuellen Inszenierung von "Marathon – Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss" im Theater Scala wird das Publikum in die düstere Ära der 1930er Jahre Amerikas versetzt. Regisseur Bruno Max adaptiert Horace McCoys Roman und verwandelt das gesamte Theater in eine beklemmende Tanzarena.

Krise und Vergnügen
Im Jahr 1932 wird Amerika von einer Wirtschaftskrise heimgesucht. Währenddessen boomt die Vergnügungsindustrie und lockt mit immer extremeren Attraktionen. So auch ein kräftezehrender, wochenlanger und teils erniedrigender Tanzmarathon, der TeilnehmerInnen unterschiedlicher Herkunft aus dem ganzen Land anzieht.

Klaustrophobische Arena
Das Theater wird hier in einen Retro-Tanzpalast verwandelt, in dem das Publikum die DarstellerInnen umringt und so Teil des Geschehens wird. Diese klaustrophobische Anordnung intensiviert die Atmosphäre des Stücks und lässt uns hautnah die Erschöpfung und den körperlichen Verfall der TänzerInnen miterleben.

Gesellschaftskritik
Die Inszenierung bleibt bewusst in der Zeit der Weltwirtschaftskrise verankert, zieht jedoch subtile Parallelen zur heutigen Gesellschaft. Der Tanzmarathon wird zur Metapher für ein kapitalistisches System, das Individuen ausbeutet und sie mit leeren Versprechungen antreibt.

Fazit
"Marathon – Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss" im Theater Scala ist eine beeindruckende Produktion , die durch ihre räumliche Gestaltung und tiefgehende Gesellschaftskritik besticht. Das Stück konfrontiert das Publikum mit den Abgründen menschlicher Existenz und hinterlässt einen nachhaltigen Eindruck.
Autorin: Isabel Victoria
FotoCredits: Bettina Frenzel
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